Selbstbildung

Gibt es „das sich selbstbildende Kind“? Ich sage: Ja!

„Erkläre mir, und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und ich verstehe.“

Kinder von Anfang an als Forscher und Entdecker, als selbstständige Entwickler ihrer selbst wahr- und anzunehmen, war eine der tiefgreifensten Erkenntnisse im Umgang mit sehr jungen Persönlichkeiten.

Keine „leeren Gefäße“, die wir „ach so überlegenen“ Erwachsenen füllen müssen. Nein, nur Individuen, deren Grundhaltung uns fremd geworden ist: Wir wollen das Ziel und begeben uns auf den Weg dahin.
Kinder gehen dahin und lassen das Ziel offen.

„Terrain gewinnen, den Horizont voranschieben, unterwegs zu einem Zuwachs an Welt, unablässig: das heißt lernen.“

Und wir – Betreuenden, Erziehenden, Erfahreneren – Wo bleibt unser Part?
Der ist soviel schwieriger, als ich es ursprünglich angenommen habe: – in Zurückhaltung! –

„Schau, so geht das mit den Steinen, so wird ein Turm daraus.“ Ein gut gemeinter Rat, aber unter Umständen, – völlig daneben. „Das habe ich selbst gemacht, ganz alleine!“ Dieser Stolz ist es, der anfeuert, der voran treibt – die Erfahrung der Selbstwirksamkeit!

„Kinder sind nicht belehrbar. Sie können nur selber lernen“

Wie oft am Tag zuckt es mir in den Fingern, mir, – der Schnellen, der Macherin, der Organisierten – beim Anblick dieser völlig anderen Herangehensweisen, des anderen Tempos, dieser scheinbaren Irrwege.
Doch eine Einsicht lässt mich mir immer wieder selbst auf die Finger klopfen: – Nimm nie einem Kind eine Aufgabe ab, die es selber bewältigen kann!